Online-Event "Our piece of land"
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- vor 21 Stunden
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Verfasst von Katharina Rein-Fischböck, Weltacker Berlin
Was siehst du vor deinem inneren Auge, wenn du voller Begeisterung über die Menschen sprichst, die in der Landwirtschaft arbeiten? Sie ernähren uns – und im besten Fall kümmern sie sich auch um Biodiversität und Natur auf und um ihre Felder herum. Viele Menschen haben dabei sofort das Bild eines Mannes in Gummistiefeln auf oder neben einem Traktor im Kopf. Aber in Deutschland sind 35 % aller Beschäftigten in der Landwirtschaft Frauen – und in Subsahara-Afrika sind es sogar 47 %. An Landwirtinnen* denken die wenigsten, dabei sind sie unverzichtbar für unsere Ernährungssicherheit.
Die Arbeitsgruppe „Gender und Landwirtschaft“ von Weltacker International nimmt dies – und das UN-Jahr der Landwirtin – zum Anlass, ihre Geschichten sichtbar zu machen. Neben mehreren internen Veranstaltungen fand der Auftakt am 05.03.26 mit der Online-Veranstaltung „Our Piece of Land“ statt – mit einer Gruppe inspirierender Frauen - Suse Brettin von der HU Berlin, Mercy Ambani vom Seed Savers Network Kenya und Nancy Simba von der Red de Mujeres Rurales Ecuador und Julia Bar-Tal von Farmers without Borders.
„Wow wow wow“ ging mir während der gesamten Online-Veranstaltung durch den Kopf. Wie stark wir sind. Wie verbunden man sich fühlen kann. Wie wichtig unsere Stärke, unsere Solidarität, unser Durchhaltevermögen – und oft auch unser Widerstand – sind, um für unsere Liebsten, unser Dorf, unsere Dörfer und unseren Planeten zu sorgen.
Wir müssen die Landwirtschaft nachhaltig transformieren. Ein Satz einer Speakerin ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Nachhaltige Transformation braucht genau diese Qualitäten:
Sorgearbeit für gesunde Böden.
Sorgearbeit für Ökosysteme.
Sorgearbeit für Arbeiter*innen.
Sorgearbeit für Beziehungen und Netzwerke.
Sorgearbeit für zukünftige Generationen.
Wenn Landwirtschaft weiterhin in starren, geschlechtsspezifischen Hierarchien funktioniert, vernichten wir die Grundlagen nachhaltiger Landwirtschaft. Das erzeugt noch ein anderes Bild in meinem Kopf – zusätzlich zu dem Mann auf dem Traktor: Landwirtinnen, die Sichtbarkeit, Rechte und gleichberechtigten Zugang zu Land, Ressourcen und Mitsprache einfordern. Lasst uns gemeinsam dafür kämpfen!
Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal bei unseren großartigen Speakerinnen bedanken – und bei all den anderen Landwirtinnen, die sich jeden Tag für diese Ziele einsetzen. Ich freue mich sehr auf unsere nächsten Veranstaltungen, bei denen wir hoffentlich mehr Zeit finden, tiefer in die Gespräche und Diskussionen einzusteigen.
Danke.





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